Genderperspektive

- Studienanfänger/-innen in Informatik nach Geschlecht bundesweit (Quelle: Statistisches Bundesamt, Fachserie 11, Reihe 4.1)
Deutschland braucht IT-Nachwuchs. Die Zahl der Informatik-Studierenden ist insgesamt zu niedrig, wobei nach wie vor gut ausgebildete Leute gesucht werden. Ein Anteil erwerbstätiger Frauen in IT-Berufen von etwa 15% macht deutlich, dass generell weniger Frauen als Männer Interesse an der Informatik zeigen.
Doch auch viele Männer werden von dem gängigen Bild der Informatik abgeschreckt, wie die sinkende Zahl der Neueinschreibungen und hohe Abbruch-Quoten (nicht nur in Deutschland, sondern auch z. B. in den USA) belegen.
Der Schwerpunkt Genderperspektive (engl. gender = soziales Geschlecht) der Arbeitsgruppe ITG untersucht das gängige Bild der Informatik und dessen Auswirkungen auf die Studien- und Berufswahl junger Männer und Frauen. Nicht selten wird dieses Bild von der Informatik selbst bestätigt und reproduziert. Dabei durchdringt sie heute nahezu alle Lebens- und Arbeitsbereiche und begegnet uns in einer entsprechenden Vielfalt. Oft sind daher nicht nur technische Kompetenzen gefragt, sondern in besonderem Maße auch ein Verständnis von der Integration von Technik in soziale Kontexte: „Die Frage ist heute nicht mehr, was ein Produkt oder eine Technologie leistet, sondern für wen.“ [1]
Informatische Praxis erfordert einen flexiblen Umgang mit unterschiedlichen Sichten auf ihre Produkte. Die Arbeit in heterogenen Arbeitsgruppen und insbesondere die stärkere Beteiligung von mehr Frauen an der Entwicklung und Gestaltung von Informatikprodukten ist daher nicht nur eine formelle Forderung, sondern wird für ihren anhaltenden Erfolg immer wichtiger.
Unser Ansatzpunkt ist, das Interesse an der Informatik bereits frühzeitig, d. h. bereits in der Sekundarstufe I, zu wecken, die Informatik für Schülerinnen und Schüler erlebbar zu machen und damit berufliche Perspektiven aufzuzeigen, die aufgrund einer eingeschränkten Sicht auf die Informatik von vielen nicht erkannt werden.
[1] Deutsche Messe AG: Die CeBIT-Stuktur 2008