Entwicklung des Mikropolis-Modells
Personen | Arno Rolf, Paul Drews, Matthias Finck (bis 2007), Dorina Gumm, Monique Janneck (bis 2007), Detlev Krause (bis 10/2005), Marcel Christ, Edouard Simon (bis 2008), Jan Wahoff |
|
|
Projektbeschreibung | Entwicklung des Mikropolis-Modells: Ein transdisziplinärer Ansatzes für Orientierungswissen in Informatik und Wirtschaftsinformatik Der bisherige Forschungsschwerpunkt „Informatiksysteme in Organisationen und globalen Gesellschaften“ hat durch Gründung und Aktivitäten einer interdisziplinären Forschungsgruppe in 2005 einen neuen Schwerpunkt gesetzt: Mit dem Mikropolis-Modell (MM) legen wir einen Ansatz vor, der die Wechselwirkungen von Technikentwicklung und Wandel der Organisationen sowie gesellschaftlichen Veränderungen systematisiert. Das Modell erlaubt die Bestimmung der eigenen Position, so dass eine Orientierung im Sinne eines „Wissens, wie alles zusammenhängt“ und alternativer Verhaltensweisen befördert wird. Das Mikropolis-Modell greift in theoretischer Hinsicht sowohl ökonomische und techniksoziologische Ansätze im Sinne einer Innovationsgenese auf als auch organisationstheoretische Vorstellungen, die sich mit der Evolution von Organisationen und Institutionen in einem veränderten gesellschaftlichen Rahmen beschäftigen. Der transdisziplinäre Ansatz des Mikropolis-Modells erweitert das informationstechnische Verfügungs- um Orientierungswissen. In der Horizontalen unterscheidet das Mikropolis-Modells zwei Perspektiven: Die Mikroperspektive betrachtet die Wechselwirkungen von IT-Entwicklung, -Einführung und -Nutzung sowie Veränderungen in Organisationen als einen Prozess der De- und Rekontextualisierung. Die Makroperspektive zeigt Wechselwirkungen zwischen gesellschaftlichen Leitbildern und Regulierungen, vor allem im Kontext der Globalisierung, sowie den konkreten Auseinandersetzungen der Akteure um Entwicklung, Einsatz und Nutzen von IT. In der Vertikalen wird die horizontale Betrachtung durch eine zeitbezogene, geschichtliche Analyse ergänzt. Innovationen können so als geschichtlich bestimmter Techniknutzungspfad gedeutet, um dessen Richtung und Durchsetzung Auseinandersetzungen stattfinden. Die historische Rekonstruktion des Technikentwicklungspfades erlaubt es, Gestaltungsempfehlungen für die Zukunft zu formulieren. Die interdisziplinäre Gruppe arbeitet an der theoretischen, methodischen und didaktischen Konsolidierung des MM und baut hierzu auch ein überregionales Netzwerk interessierter FachkollegInnen und PraktikerInnen auf. Herausforderungen werden dabei in der empirischen Ausfüllung des Modells, in der Anwendung in praxisnahen Feldern und in der Verknüpfung mit medienunterstützten Lernumgebungen gesehen. Als innovationstheoretischer Ansatz geht es schließlich um eine Fundierung und Konkretisierung des Mikropolis-Modells hinsichtlich der als zentral angesehenen Wechselwirkungen von technologischer und sozialer Veränderung sowohl im mikro- als auch im makropolitischen Bereich. Das Modell kann fallspezifisch konkretisiert werden und so zu einem unterstützenden Gestaltungswerkzeug werden. Die dabei erworbenen, empirischen Erfahrungen werden wiederum für die Fortentwicklung des Modells fruchtbar – auch in theoretischer Hinsicht. Die Forschung zum Mikropolis-Modell ist mit dem Mikropolis-Netzwerk (www.mikropolis.org) verbunden. |
Diplom- und Bachelorarbeiten (Auswahl) | Ervin Kaya: Matthias Tegetmeier Stefan R. Campuzano E. |
| |
Publikationen | Dorina Gumm, Monique Janneck, Roman Langer, Edouard J. Simon (Hrsg.):
Arno Rolf:
Wahoff, J.-H.: Das Mikropolis-Modell als Ausgangspunkt für eine transdisziplinäre Wirtschaftsinformatik, FBI-HH-B-266/05. |