Baltic Interface Net

Baltic Interface Net - whirlpool of misunderstandings. 

Projektteilnahme bis 1998.

HfbK-Projekt. Deutscher Entrypoint: LEM
(Steven Adler, Catherine de Courten, Frank Fietzek, Jan Heise, Matthias Lehnhardt, Matthias Mayer, Uli Winters)

In der Deklaration von Visby 1996 verabredeten die Kultusminister der Ostseeanrainerstaaten die Förderung der elektronischen Kommunikation und der Kooperation im Ostseeraum. An der Hochschule für bildende Künste, gefördert von der Kulturbehörde Hamburg, dem Freundeskreis der Hochschule und der Ditzestiftung, wurde dazu ein Vorschlag erarbeitet, der den Aufbau eines Netzwerkes, des »Baltic Interface Net« vorsieht. 

Demnach soll das »BIN« ein unverwechselbares Profil erhalten über ein eigenes technisches Netzwerk (Punkt zu Punkt Verbindungen/ ISDN), eine spezifische Serverstruktur mit symmetrischer Administration (x-change space), eigene Ein- und Ausgabe-Interfaces (whirlpool of misunderstanding) und eine räumliche Navigation (CVP, s.o.). 

Das »BIN« soll in den öffentlichen Raum hineinwirken. Die Fragen, die durch diesen Vorschlag aufgeworfen werden, sollen zum Gegenstand gemeinsamen Experimentierens und Lernens entwickelt werden. Als Fernziel soll in den 11 Staaten je eine Installation aufgebaut werden, die über 10 Punkt zu Punkt Verbindungen (je 10 Kamera/Display-Einheiten) mit den Installationen in den anderen Ländern verbunden ist. 

whirlpool of misunderstanding 

Dieses Internet-Ein/Ausgabe Interface besteht aus horizontal und vertikal beweglichen Kamera/LCD-Einheiten (proportionale Motorsteuerung). Zur Benutzung, zum Beispiel zum Abruf von Bildern, werden die Positionsdaten des Displays sowie im Einzelfall Knöpfe benutzt. Die Installationen (in verschiedenen Ländern) sind synchron verkoppelt. So wird das einfache Hineinschauen in andere Räume (Livekamera) ebenso möglich wie komplexe Kompositionen aus Klängen, Bewegungen der Kamera/Display-Einheit und den auf ihnen gezeigten Stand- oder Bewegtbildern. 
Zwei Prototypen dieses Human-Scale-Interfaces wurden auf ISEA97 im September 1997 in Chicago präsentiert. 

x-change space 

Der x-change space wird durch ein spezielles Programm erzeugt, das auf der Server-Software aufbaut. Alle Berechtigten können damit eigene und gemeinsame Bereiche und eigene Beiträge auf einem Internet-Server einrichten und gestalten. 

CVP 

Angelehnt an Erkenntnisse zum räumlichen Erinnern wird die Navigation auf dem Server dreidimensional aufgebaut. Der Betrachter selbst erscheint als »Avatar«, als Personenbild im dem von einem Programm (»delwis«) automatisch erzeugten Server-Raum. 

OneHour_ArtEvents (Stundenkunst) 

In der Installation sollen speziell für sie entwickelte Kunstaktionen als Ergebnis von Kooperationen zwischen Künstlern aus den verschiedenen Ländern stattfinden. Die Aufführungen finden zeitgleich und synchronisiert in den beteiligten Ländern statt. Über das Internet kann zugeschaut werden. In der übrigen Zeit sollen die Installationen für die Öffentlichkeit frei zugänglich sein.